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Verkaufskatalog • Berlin • Privatverkauf • Anlässlich des 300. Geburtstags Friedrich des Großen 1712-2012

Friedrich II – Wirtschaft in Preussen

Neben der Bodenverbesserung und Neuerschließung im Lande ließ sich der König besonders die Förderung von Handel und Gewerbe angelegen sein-
Darum war er bemüht „diejenigen Kaufleute, so Großhandel anfangen, auf alle Art zu protegieren.“ Besonders am Herzen lag ihm aber die Einrichtung von Manufakturen“, d.h. die ersten Anfänge einer landeseigenen Industrie. KPM Teller aus der Zeit Friedrich IIBereits in einer noch im Jahre seines Regierungsantritts (1740) erlassenen Instruktion wurde ausdrücklich gefordert, „die jetzigen Manufakturen im Lande zu verbessern – die Manufakturen, so darin noch fehlen, einzuführen – so viel Fremde von allerhand Konditionen, Charakter und Gattung in das Land zu ziehen, als sich immer nur thun lassen will.“ Da seine eigenen Landeskinder ihm auf diesem Wege noch nicht folgen konnten oder wollten, war er stets darauf bedacht, „ reiche und puissante Kapitalisten oder auch recht geschickte manufacturiers“ nach Preußen zu ziehen.
Zur Beförderung und Überwachung aller dazu nötigen Maßnahmen hatte der König im Generaldirektorium ein besonderes Department für Handel und Gewerbe eingerichtet, das unter der Leitung des in den Randbemerkungen oft genannten und rührigen Samuel von Marschalls frühem Tode (1750) persönlich die Leitung dieses Departements übernahm. Unter dieser ausdrücklichen königlichen Führung und Förderung entstand in Preußen neben den bereits vorhandenen Woll- und Leinenindustrie eine Vielfalt von industriellen Einrichtungen für Sammet- und Seiden-, Metall-, Leder-, Papier-, Porzellan- und Zuckererzeugung.
Bevor ich mit der Entstehungsgeschichte weiter mache,
möchte ich wieder einige passende „Randbemerkungen“ Zitieren:
Zum Artikel 30 $ 12 der Instruktion „Alles frembde Getreide, Butter, Käse, Bier und Branntwein soll impostiret werden“:
„Dießes mus Strenge gehalten werden und Sol das Directorium es So vort exsecutiren. N. B. alle jahr komen vohr 60000 Rthlr Käße ins Landt. Solche Negligence ist nicht aus zu Stehen.“
Das Generaldirektorium beantragte wegen Getreidemangels in der Kurmark die Einfuhr auswärtigen Getreides:
„Sie Seindt nicht gescheit, in Saksen ist das Koren dobelt So Teüer wie hier, ich habe die Magazine geöffnet, und ist dießes Suffissant.“
Der Landrat des Anklamer Kreises wollte Korn aus Schwedisch Pommern einführen:
„er will ein Monopolium haben das gehet nicht an, aber wan das Korn Teüer ist Muß die Camer die zufuhre aus Schwed pomern öffnen.“

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